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Fediverse für Firmen: Warum LinkedIn-Denken hier scheitert

Fediverse für Firmen: Warum LinkedIn-Denken hier scheitert

Du hast es geschafft. Du bist im Fediverse. Mastodon-Account eingerichtet, PixelFed getestet, vielleicht sogar eine eigene Instanz. Und dann – Stille. Nicht technisch, sondern im Kopf.

Was schreibe ich hier eigentlich?

Das ist die Frage, die mich seit Wochen umtreibt. Und ich bin damit nicht allein.

Wir sind eine Firma. Wir haben Themen – viele Themen. Digitale Souveränität, KI-Kompetenz, Open-Source-Tools. Dinge, die uns wichtig sind.

Wenn ich die jetzt ins Fediverse stelle – schreibe ich dann nicht einfach dasselbe wie auf LinkedIn? Nur mit dem Label „besser, weil kein Algorithmus, keine KI, kein Daten-Kraken"? Aber der Inhalt ist doch derselbe.

Das fühlt sich falsch an.

Ich habe gelernt: Jede Plattform hat ihre eigene Kultur. Instagram ist nicht LinkedIn. LinkedIn ist nicht TikTok. Und Mastodon ist nicht X.

Genauso gilt das für unterschiedliche Fediverse-Instanzen. Eine Nachricht auf Bildung.social funktioniert anders als auf Mastodon.social. Die Kultur entsteht durch die Community, durch Moderations-Stile, durch das, was als „guter Ton" gilt.

Das macht es für den Ersteller – besonders als Firma – nicht einfacher.

Die große Frage: Als wer spreche ich?

  • Als Marc, der Geschäftsführer? (Authentisch, aber deckt das das Unternehmen ab?)
  • Als Unkonvention UG / ZenDiT? (Klare Absender-Marke, aber weniger persönlich.)
  • Als einfach jemand, der da ist und mitredet? (Sympathisch, aber unklar in der Positionierung.)

Die Antwort ist vermutlich: Es kommt darauf an. Auf die Instanz. Auf den Kontext. Auf den Beitrag.

Das Fediverse zwingt uns zu etwas, das wir auf algorithmischen Plattformen verlernt haben: Intentionales Schreiben.

Nicht einfach Content recyceln, weil der Kalender voll werden muss. Sondern überlegen:

  • Was will ich hier platzieren – und warum gerade hier?
  • Passt mein Ton zur Instanz?
  • Bin ich hier als Mensch oder als Organisation?

Ich habe keine abschließende Antwort. Nur eine offene Frage – an euch:

Wie macht ihr das? Schreibt ihr als Person oder als Firma? Passt ihr euren Content pro Instanz an?

Schreibt's in die Kommentare. Vielleicht finden wir gemeinsam eine Fediverse-Sprache, die nicht nur LinkedIn-Klon ist.


Titelbild: Kevin King (Chandana Perera) auf Pixabay

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